Berufsunfaehigkeitsversicherung Test - Vergleich

Werden Berufsunfähigkeitsversicherungen 2014 billiger oder teurer?

02.01.2014 Am Anfang eines jeden Jahres veröffentlichen Lebensversicherer die sogenannte Überschussbeteiligung. Sie entsteht durch die von den Versicherungen erwirtschafteten Gewinnen aus den Beiträgen von meist langfristigen Personenversicherungsverträgen aus den Kranken- wie auch Lebensversicherungen.

Ist auch mein seit Jahren bestehender BU Vertrag betroffen?

Ja, auch eine bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung kann von den Schwankungen der Überschüssen profitieren. Leider aber auch im aktuell niedrigen Zinsumfeld unter den Gewinnsenkungen leiden.

Einfach ausgedrückt: Erzielt ein Versicherungsunternehmen mit den von Kunden entrichteten Beiträgen höhere Gewinne, sinkt der sogenannte Zahlbeitrag einer BU-Police. Der Kunde zahlt im aktuellen Jahr ggf. weniger für seinen Versicherungsschutz.

Sinken die Gewinne durch ein niedriges Zinsumfeld, oder ein Unternehmen hat eine weniger erfolgreiche Anlagestrategie, kann der auch Nettobeitrag genannte Preis einer Berufsunfähigkeitsversicherung steigen. Der Kunde zahlt vorübergehend oder sogar langfristig mehr für seinen abgeschlossenen Vertrag.

Die Überschussbeteiligungen der Lebensversicherungen 2014

In den folgenden Zeilen geben wir die aktuell vermeldeten Überschüsse der Versicherungsgesellschaften (garantierter Rechnungszins plus laufende Überschussbeteiligung) wieder, die bei einer negativen Entwicklung eine Preisanpassung auch bei bestehenden BU Verträgen zur Folge haben kann:

Allianz: 3,6 Prozent

Der Lebensversicherer aus München führt in 2014 konstant die bisher gesetzte Marke von 3,6 Prozent wie im Jahr 2013 für seine Überschussbeteiligung fort. Erst im vorherigen Jahreswechsel von 2012 auf 2013 musste der Branchenführer seine bisher ausgewiesenen Überschüsse von 4,0 Prozent aufgeben.

Alte Leipziger: 3,35 Prozent

Die Alte Leipziger aus Oberursel gehört zum Alte Leipziger-Hallesche Konzern (Stuttgart) und sind Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit. Das Vorzeigeunternehmen im Bereich Lebensversicherung und Berufsunfähigkeit zeigt Stabilität und Kapitalstärke. Dennoch passte auch die Alte Leipziger von 2012 auf 2013 mit 0,5 Prozentpunkten ihre Überschussbeteiligung von 3,85 Prozent auf 3,35 Prozent an. In den Jahren 2013 und 2014 bleibt der aktuelle Prozentsatz von 3,35 Punkten konstant.

Barmenia: 3,25 Prozent

Die Barmenia Versicherungen ist eine Versicherungsgruppe mit Sitz in Wuppertal. Sie senkt die laufende Verzinsung mit einem ungewöhnlich großen Schritt von 0,5 Prozentpunkten auf 3,25 Prozent und reagiert so auf die anhaltende Zinsschwäche am Kapitalmarkt.

Condor: 3,2 Prozent

Condor Lebensversicherungs-AG mit Sitz in Hamburg gehört zu R+V Versicherungen (Raiffeisen- und Volksbanken Versicherung) und deklariert einen Zinssatz für 2014 von 3,2 Prozent.

Cosmos Direkt: 3,65 Prozent

Die Tochter der Generali Versicherung ist eine Direktversicherung mit Sitz in Saarbrücken. Das Unternehmen setzt auf einen Vertriebsweg über Versicherungsportale im Internet mit online Rechner. Cosmos Direkt senkt ebenfalls die laufende Verzinsung von 3,85 Prozent auf 3,65 Prozent für das Jahr 2014.

Debeka: 3,6 Prozent

Der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit senkt seine Überschussbeteiligung von bisher 3,7 Prozent in 2013 auf 3,6 Prozent im neuen Jahr. Davor hatte die Debeka in 2012 noch eine Gesamtverzinsung von 4,7 bis 4,8 Prozent ausgewiesen (nur für auslaufende Verträge, die weitere Gewinnanteile enthält) und eine laufende Verzinsung von 4,1 Prozent in 2012 verrechnet.

DEVK: 3,5 Prozent

Die DEVK Allgemeine Lebensversicherungs-AG senkt ebenfalls die Überschüsse von bisher 4,0 Prozent um kräftige 0,5 Prozentpunkte auf aktuell 3,5 Prozent. Zusammen mit der DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Lebensversicherungsverein a.G. konnten beide Gesellschaften in 2013 noch eine glatte 4 Prozent für die laufende Überschussbeteiligung ausweisen. Im Jahr 2012 waren es jeweils sogar noch 4,1 Prozent.

Die Bayerische: 3,6 Prozent

Das Versicherungsunternehmen die Bayerische ist u.a. eine Tochter der Bayerischen Beamten Lebensversicherung a.G. und der Neuen Bayerischen Beamten Lebensversicherung AG. Auch sie senkt die laufenden Verzinsungen der Lebensversicherungen auf 3,6 Prozent (in 2014) von 3,8 Prozent (in 2013).

ERGO Lebensversicherung: 3,2 Prozent

Die ERGO Lebensversicherung AG aus Hamburg, (ehemals Hamburg-Mannheimer), weist für 2014 wie in 2013 eine Überschussbeteiligung inklusive Bewertungsreserven von 3,2 Prozent aus.

Generali Lebensversicherung: 3,15 Prozent

Nach 3,5 Prozent im Vorjahr senkt die Generali Lebensversicherung AG aus München die laufende Verzinsung auf 3,15 Prozent. Die Muttergesellschaft Generali Deutschland, Köln, ist nach der Allianz das zweitgrößte Erst-Versicherungsunternehmen in Deutschland.

Gothaer: 3,3 Prozent

Die Gothaer ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit aus Köln und gehört mit der Muttergesellschaft Gothaer Finanzholding AG zu den größten deutschen Versicherungsunternehmen. Auf Grund der anhaltenden Niedrigzinsphase senkt die Gesellschaft die laufende Überschussbeteiligung minimal um 0,2 auf 3,3 Prozent.

HDI / HDI Gerling: 3,0 Prozent

Die HDI Lebensversicherung aus Köln senkt ihre Überschüsse für die Lebensversicherung / Berufsunfähigkeitsversicherung von 3,25 Prozent auf 3,0 Prozent. Das Versicherungsunternehmen gehört zur Versichergruppe der HDI-Versicherungen und der Talanx AG.

LV 1871: 3,2 Prozent

Die LV 1871, Lebensversicherung von 1871 a. G. München, ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit für Lebens-, Renten- und Berufsunfähigkeitsversicherungen. Sie deklariert für 2014 einen konstanten Prozentsatz für die Überschussbeteiligung von 3,2 Punkten.

Signal Iduna: 3,25 Prozent

Die SIGNAL IDUNA ist ein Konzern aus den vorherigen Unternehmen Dortmunder Signal Versicherungen und der Hamburger Iduna Nova Gruppe. Für den Bereich Lebensversicherungen weisen sie eine Senkung der Überschussbeteiligung von 3,5 auf 3,25 Prozent für das laufende Jahr 2014 aus.

Stuttgarter: 3,6 Prozent

Auch das Versicherungsunternehmen mit Hauptsitz in der Landeshauptstadt Baden Württemberg senkt die Überschussbeteiligung von der magischen 4,0 Prozent für 2013 auf einen Prozentsatz von derzeit 3,6 in 2014. Damit liegt die Stuttgarter Versicherung seit über 10 Jahren über den Durchschnittswerten der Versicherungsbranche.

Swiss Life: 3,0 Prozent

Die Swiss Life Select Deutschland GmbH hat ihren Sitz in Hannover ist über die Swiss Life Deutschland Holding eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Schweizer Versicherungsunternehmens Swiss Life. Für 2014 weist sie eine Überschussbeteiligung von 3,0 Prozent aus und somit ein Minus von 0,3 Prozentpunkten von ehemals 3,3 Prozent in 2013.

Volkswohl Bund: 3,65 Prozent

Der Lebensversicherer aus Dortmund führt seine Überschußbeteiligung von 3,65 in 2013 auch im neuen Jahr fort und schüttet somit einen vergleichsweise hohen Anteil seiner erwirtschafteten Erträge an seine Versicherten aus. Bis vor gut über einem Jahr lag die Überschußbeteiligung für 2012 sogar noch bei 4,05 Prozent.

Württembergische Lebensversicherung: 3,25 Prozent

Die Württembergische Lebensversicherung AG ist ein Lebens- und Rentenversicherungsunternehmen und hat ihren Sitz in Stuttgart. Sie behält ihre Überschussbeteiligung für 2014 wie in 2013 konstant bei 3,25 Prozent. In 2012 wies die Tochter der Wüstenrot & Württembergische (w&w) einen Zinsbetrag im Bereich Lebensversicherungen noch von 3,5 Prozent aus.

Zurich: 3,0 Prozent

Die Zurich Gruppe Deutschland mit Sitz Frankfurt am Main und Bonn ist einer der größten Anbieter von Lebensversicherungen und zählt zu den größten Versicherungsunternehmen in Deutschland. Sie ist zugehörig zu der weltweit tätigen Zurich Insurance Group, Schweiz. Sie behält die laufende Überschussbeteiligung für Lebensversicherungen wie in 2013 so auch für 2014 konstant auf einem niedrigen Niveau von 3,0 Prozent.

Zins für Lebensversicherung (noch) zufriedenstellend

Trotz aller Senkungen sehen wir nach einem Rechnungszinssatz von durchschnittlichen 3,66 Prozent in 2013 immer noch gute Leistungen in Anbetracht der anhaltenden Niedrigzinsphase. Pläne, den für den Kunden so wichtigen Garantiezins im Jahr 2015 sogar von derzeit 1,75 Prozent auf künftig 1,25 Prozent zu senken, sehen wir kritisch. In manchen Fällen ist er aus Sicht der Versicherungsunternehmen aber notwendig.

Deshalb ist es immer wichtiger, vor dem Vertrags-Abschluss neben dem Preis-/Leistungsverhältnis bei Lebens- und auch Berufsunfähigkeitsversicherungen auch auf die Kapitalstärke und Stabilität des Unternehmens zu achten.